Wie Regen alles ändert

Regen ist eine furchtbare Erscheinung, wenn man ihn nicht gerade herbeisehnt. Im schlimmsten Fall verhängen graue, angsteinflößende Wolken den Himmel, aus denen Donner grollt und von denen Blitze zucken und jeden, den es bis dahin noch auf offener Straße gehalten hat, in das wärmende Innere eines Hauses treibt. Regen lässt eins wunderschöne Landschaften in einem alptraumhaften Mezzo aus Grau und Schwarz versinken, als wären die letzten Lichter der Zivilisation verschwunden.
Vorher… 


 
…und nachher…


…und doch das identische Bild

Im Herbst kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als mit einer wärmenden Tasse Heißer Schokolade am Fenster zu sitzen und das Toben der Naturkräfte zuzuschauen.  Mit einem beruhigenden Lächeln auf den Lippen stelle ich fest, dass eine meterdicke Schicht aus Stein und Glas mich vor dem peitschenden Regen bewahrt. Ein gutes Buch auf dem Schoß rundet die Situation geradezu ikonographisch ab. 

Im Urlaub hingegen, wenn die Gedanken hauptsächlich um die akkurate Ausrichtung der Liege nach der Sonne und die Wassertemperatur des Pools kreisen, ist Regen indes völlig fehl am Platz. Besonders, wenn man auf gut Glück nur kurze, leichte Hosen und einige Polohemden mitgenommen hatte, durch deren dünne Stoffschicht der Wind erbarmungslos bläst. Doch jedes Mal Extragepäck mit Dufflecoats, Ohrenmützen und Stiefeln mitzunehmen, nur auf die geringste Gefahr eines Unwetters hin, ist selbst Hypochondern zu windig. Stattdessen rufe ich jedes Mal den Gott der Reisenden an, um um Nachsicht zu für meinen Urlaub zu bitten. Manchmal klappt es auch.

Andererseits gibt es da Staaten wie Kalifornien, die seit Jahren unter einer verheerenden Dürre leiden, die mittlerweile schon existenzbedrohende Gestalt angenommen hat. Wenn ich den dortigen Menschen erzählte, wie viel es bei mir regnete, würden sie vermutlich Unsummen zahlen, um auch nur den Bruchteil des Wassers, das hier vom Himmel fällt, zu bekommen. Wie mit den meisten Dingen, regnet es auf der Welt meistens zweimal.

Ich muss gegenwärtig feststellen, dass eine beinahe britannische Nebelfront auf mich zutreibt, was nichts Gutes verheißt. Im Nebel lauern Gefahren, wie ein gewisser Flavius Sherwood vor nicht allzu langer Zeit feststellen musste. Aaah! Was ist das für ein weißes Gespenst dort hinten?! Und es kommt näher!

Niclas Frederic Sturm

 

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