7 ungewöhnliche #Tipps zum Schreiben eines Buchs

Selbstzweifel sind die Laster eines jeden Schriftstellers. Ich bemerkte, dass ohne Zweifel das Schaffen von Kunst nicht möglich sei. Die größte Schwierigkeit für mich war es aber stets, eine Geschichte zu finden. Nicht notwendigerweise zu erfinden. – Aus dem Nachwort von „Das Feuer des Himmels“ 

Im Laufe seines Lebens ein Buch zu schreiben ist eine beinahe so wichtige Aufgabe wie einen Baum zu pflanzen. Viele der großen Geister der Welt wurden erst viele Jahre nach ihrem Tod als solche anerkannt. Ich selbst habe lange mit mir gerungen, denn (Oh, Wunder!) es ist nicht so leicht ein Buch zu schreiben, wie man denkt. Es ist fast so, wie wenn ich zum dreißigsten Mal darüber nachdenke dieses super-hippe Start-Up zu gründen, aber mir dann doch die Motivation fehlt. Nun ja, schlussendlich habe ich es doch geschafft. Es gibt einige Dinge, die man von vornherein bedenken sollte:

  1. Traue dich, unkreativ zu sein: Überraschenderweise sind nicht solche Bücher einfacher zu schreiben, die über eine innovative Story verfügen. Gerade wenn es das erste Werk ist, darf man sich gerne inspirieren lassen. Werke wie Goethes Faust sind auch Produkte einer sehr langen Vorgeschichte, da der Faust-Stoff schon bereits im späten Mittelalter bekannt war. Oft ist es eine geschickte Kombination einer bekannten Grundidee und einer speziellen Würze, die besondere Bücher ausmachen.
  2. Lege dir ein Notizbuch zu: Noch heute verfassen viele Schriftsteller ihre Werke per Hand. Ich selbst ziehe es vor, diese am Computer zu schreiben. Aber das bleibt zunächst jedem selbst überlassen. Viel wichtiger ist es, Inspirationen direkt fixieren zu können, denn sonst kann es passieren, dass sie vergessen werden, so schnell, wie sie kamen. Außerdem ist schon ziemlich „vintage“ ein Notizbuch mitzuführen.
  3. Zwinge dich zum Schreiben: Ehe sofort gesagt wird „Inspiration kann nichts aus Zwang entstehen“ möchte ich diesen Punkt erläutern. Ein bekanntes Sprichwort lautet „Übung macht den Meister“ und so verhält es sich auch mit dem Schreiben. Regelmäßige, am besten tägliche Übungen helfen, den Stil zu verbessern. Dabei bleiben lohnt sich hier besonders. Manche setzen sich auch ein tägliches Ziel an Wörtern, das sie zu Papier bringen möchten. Es geht dabei nur nebensächlich um die Menge, sondern eher darum, geistig fokussiert zu bleiben.
  4. Tausche dich aus: Ich selbst machte den Fehler, mit niemandem über mein Projekt zu sprechen, um keine falschen Hoffnungen zu schüren. Im Nachhinein ist es keine gute Idee gewesen. Denn der Austausch mit anderen kann dabei helfen, Lücken in der Geschichte zu entdecken. Schreibt man besonders lange an einem Stoff, wird man irgendwann „betriebsblind“. Und das möchte niemand sein.
  5. Nutze das Projekt als geistige Herausforderung: Langfristige Vorhaben wie ein Buch sind natürlich mit Stress, Frustration und anderen unschönen Begleiterscheinungen verbunden. Daher ist es wichtig, diese Chance zu nutzen. Vielleicht lohnt es sich, Perspektiven zu wechseln, als männlicher Autor eine weibliche Rolle als Protagonisten zu verwenden und umgekehrt. Vielleicht aber auch fremde Schauplätze beschreiben, mit denen man sich erst vertraut machen muss. So stößt man immer wieder auf neue, interessante Dinge.
  6. Jedes Werk ist auch ein Abbild deiner selbst: So sehr du es auch versuchen magst, dein Werk wird dich immer wiederspiegeln. Ob nun Figuren dir ähneln, die Lebenssituation deiner ähnlich ist oder diese idealisiert, ist verschieden. Aber du musst dich damit abfinden, dass du dich in deinen Werken wiederfindest. Daraus kann man großartig schöpfen, sich daran abarbeiten. Schließlich gilt es, ein Vermächtnis für die Nachwelt zu hinterlassen 😉
  7. Zuletzt noch eine traurige, aber wahre Erkenntnis: Du bist auf dich gestellt. Ein Buch schreibt sich nicht von selbst, es kann manchmal sogar Jahre dauern. Du kannst viele Ratgeber wie diesen lesen, aber letztlich sind es Entscheidungen, die du treffen musst. Aber es gibt keinen schöneren Moment, als das eigene Buch in den Händen zu halten, sei es nun im Verlag erschienen oder einfach nur als einzelnes Exemplar gedruckt, um es im Regal zu bewundern. Diese Erfahrung kann dir niemand nehmen.

Mit den besten Grüßen


Niclas Frederic Sturm – 2015

9 Kommentare zu „7 ungewöhnliche #Tipps zum Schreiben eines Buchs

  1. Guten Abend,

    kurz und bündig, das sind schöne und gute Ratschläge. Ich selbst handhabe es mit dem Notizbuch so, dass ich meinen Kalender dafür unter anderem verwende (die Schülerkalender, die so im Juni/Juli herauskommen). Da ist meistens schön viel Platz und für meine ganzen Termine brauche ich das auch nicht alles.

    Ich liebe es aber per Hand zu schreiben oder mit meinem Laptop, der keinen Internetanschluss hat. Denn dank des Internets bin ich an manchen Tagen herrlich unproduktiv *grrrr*.

    Und das mit dem täglich schreiben kann ich bestätigen. Es ging mir eine Weile sogar so, dass ich mich regelrecht schlecht fühlte, wenn ich nicht schreiben konnte. Also Laptop an, wenigstens 500 Wörter schreiben. Danach ging es mir besser. Das lag wohl an meinem Dopaminwert. Der war in diesem Zusammenhang erhöht und musste entsprechend befriedigt werden (Dopamin und Drogen gehört irgendwie zusammen 😉 ).

    Ansonsten kann ich den Beitrag unterschreiben 🙂

    lg
    carola

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    1. Ebenfalls guten Abend :),

      die Ablenkung durch das internet kann ich nur bestätigen. Aber ich sehe als Charakterprüfung der Versuchung zu widerstehen. Ich schaffe es aber oft selbst nicht, die 500 Wörter pro Tag einzuhalten. Manchmal fehlt mir einfach die Inspiration oder auch die Zeit. Aber es ist eine sinnvolle Strategie, um produktiv zu sein/werden.

      Viele Grüße,
      Niclas

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  2. Bei dem Vintage-Kommentar musste ich lachen 😀 Ich selbst habe ein kleines Notizbuch, in das Ideen für neue Geschichten kommen, aber wenn es um Inspiration oder neue Einfälle für ein bereits geplantes Buch geht, muss meistens die letzte Seite meines Collegeblocks in der Uni herhalten, oder, wenn nicht zur Hand, spiele ich den Gedanken solange durch meinen Kopf, bis er dort fest verankert ist.

    Wie wichtig Austausch sein kann, ist mir auch erst später klar geworden, als ich jemanden gefunden habe, der selbst schreibt. Wir können stundenlang brainstormen und allein die Gegenfragen haben manchmal tolle Geistesbltize zufolge, auf die ich alleine nie gekommen wäre.

    Dem Rest kann ich auch nur zustimmen 🙂

    Liebe Grüße, Otterfly

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  3. Ich neige ebenfalls dazu niemandem etwas von meinen Manuskripten zu erzählen, aus ähnlichen Gründen zu hohe Erwartungen zu streuen, um dann festzustellen dass es vielleicht nicht klappt…habe schliesslich auch gemerkt, dass die Kritik vor der Einreichung des Manuskripts auch sehr wichtig ist😄

    Ich bevorzuge Notizbücher – eine ganze Regalsparte füllt sich nur durch diese😋

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    1. Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich habe am Anfang mein Manuskript nicht geprüft und kaum korrigiert. Später habe ich es noch ziemlich umfassend überarbeitet. Hätte ich das früher gemacht, wäre es vielleicht besser ausgegangen. Post It’s sind übrigens auch meine besten Freunde 🙂

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