Machiavelli House – Erpressung


Erpressung

Er schlich heimlich über den Rasen, der seine Schritte verschluckte. Niemand konnte ihn sehen, würde ihn hören. Er trug komplett schwarze Kleidung, eine sinnvolle Anschaffung. Wie das Mitglied eines mittelalterlichen Ordens suchte er die Schatten und mied das Licht. Eine kleine Kamera trug er am Körper. Sein Ziel war ein großzügiges Appartement in der Nähe des Kapitols, des Zentrums des Internats. Es gehörte niemand anderem als Anthony, der rechten Hand von Edward Astor, dem Schulsprecher.

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Machivelli House

In einer anderen Zeit, einem anderen Ort. 

Prolog: Eine Schule wie keine Zweite

Man soll den Menschen entweder schmeicheln, oder sie sich unterwerfen.– Niccolò Machiavelli

Es hätte sein großer Moment werden können. Der Moment, in dem er sich zu den hohen Höhen der Macht hätte aufschwingen können. Jubelnde Massen, ein Titel, das Glück, beliebt zu sein. Macht ist eine Droge. Niemand konnte je ihrer Versuchung widerstehen. Warum sollte man auch? Macht ist ein einziger Selbstzweck. Aber ihm blieb sie verwehrt. Die Menge war auf seiner Seite, aber das System stand ihm im Weg. Alle hatten sich gegen ihn verschworen, seine Gegner, sogar seinen Verbündeten konnte er nicht unbedingt trauen. Man legte ihm Worte in den Mund, die er nie gesagt hatte. Wut staute sich in ihm an. Er hatte alles auf eine Karte gesetzt. Die Gewinner der Wahl kamen zu ihm und sagten: „Schade, vielleicht beim nächsten Mal.“ Sie lachten insgeheim über ihn. Das sollte sich bald ändern. Sie würden es alles zurückgezahlt bekommen. Sie sollten spüren, was es heißt, sich mit ihm anzulegen. Man nannte ihn nur „den Professor“.  „Machivelli House“ weiterlesen