Der Fotograf

Manche Menschen mögen Tote mehr als Lebende.

Achtung! Diese Geschichte enthält blutige Schilderungen

Abends während der schwülen Sommertage begab sich der Fotograf vor die Tür. Er sog die warme Luft ein und blickte in das goldene Rot des Abends. Gerade hier am See waren die Menschen bis weit in den späten Tag auf den Straßen. Sie saßen in den kleinen Cafés, tranken kühlende Getränke und sahen den Kindern zu, die auf der Straße fröhlich spielten. Es war der perfekte Ort für Verliebte. Die Straßen waren eng und dunkel. Das eine oder andere Wort der Liebe war schon in die Ohren des anderen gehaucht worden. Wenn es langsam dunkel wurde, glitzerten die Lichter der am anderen Ufer liegenden Stadt auf der Wasseroberfläche. Leise erklang das Rauschen der Welle, die an das Ufer schwappten. Die Bäume flüsterten im zarten Abendwind. Dies war die Zeit, wenn sich der Fotograf auf die Straßen begab.

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Septembermord Pt. II

Salve!

Da die Resonanz nach dem ersten Teil von »Septembermord« sehr groß war, folgt nun der zweite Teil! Ich war schon sehr früh von Werken wie George Orwells »1984« oder Aldous Huxleys »Brave New World« interessiert, ja regelrecht fasziniert. Meiner Meinung sind stellen dystopische Entwürfe in Kunst und Literatur den besseren Beitrag zur Verbesserung der Gesellschaft dar, da sie Wege in die Katastrophe zeigen und den zu interessierenden Dritten zum Nachdenken anregen (Eigentlich mal ein Thema für einen weiteren Beitrag).

Eine Warnung allerdings nach vorneweg: Ab diesem Teil nimmt die Brutalität im Werk stark zu. Gewisse, verwendete Begriffe sollen der Verdeutlichung des totalitären Regimes dienen und spiegeln nicht die Sicht des Autors wider.

Ansonsten viel Spaß!

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Latein für alle Fälle: Wie man nicht an das Ende des Lateins kommt #1

Ist Latein tot?

Keineswegs!

Latein erlebt in der heutigen Zeit ein erstaunliches Revival. Nicht nur inspiriert die römische Antike zahllose Filme und Serien, darunter »Rome«, »Gladiator«, »Die Letzte Legion« oder »Der Adler der Neunten Legion«, sondern es finden auch diverse Sprüche und Redewendungen den Eingang in die Alltagssprache. Laut lachen musste ich dann, als ich meinen Namen wortwörtlich ins Lateinische übersetzte: Nicolaus Paficator Turbo. Dann hoffe ich doch, dass mein Leben irgendwann den Turbolader zündet…Ich selbst versuche stets, lateinische Redewendungen in meine Sprache einzubinden. Einige davon werde ich hier aufzählen, um ein wenig römische Schlagfertigkeit in den Alltag zu bringen: „Latein für alle Fälle: Wie man nicht an das Ende des Lateins kommt #1“ weiterlesen

Paragons of Awkwardness #5

V


Das Restaurant

In meiner Wohnung konnte es im Herbst ziemlich kalt werden. Die Zentralheizung tat nur selten ihren Dienst und dann auch noch antizyklisch: Ich Sommer war es meist zu warm, um sich dort aufzuhalten und im Winter froren selbst Eisbären. Vor einiger Zeit hatte ich in einem Fitnessstudio in einem ehrgeizigen Wettkampf einen Koloss besiegt und seine damalige Freundin hatte ihre Beziehung auf »terminiert« umgestellt. Sie hatte mir ihre Nummer gegeben und wir standen in regem Kontakt. Was mir nur manchmal wunderte war, dass meine Geschenke per Brieftaube nie ankamen, geschweigedenn meine Telegramme, wenn ich einmal keinen Empfang hatte. Aber mit diesen Wirkungen musste ich leben. Eines Abends lud ich sie zu mir ein, ich hatte für den späteren Abend einen Tisch in einem sehr guten Restaurant reserviert, das mir einer meiner Freunde empfohlen hatte. Ich dachte, ich könnte seinem Urteil trauen.

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