Machivelli House

In einer anderen Zeit, einem anderen Ort. 

Prolog: Eine Schule wie keine Zweite

Man soll den Menschen entweder schmeicheln, oder sie sich unterwerfen.– Niccolò Machiavelli

Es hätte sein großer Moment werden können. Der Moment, in dem er sich zu den hohen Höhen der Macht hätte aufschwingen können. Jubelnde Massen, ein Titel, das Glück, beliebt zu sein. Macht ist eine Droge. Niemand konnte je ihrer Versuchung widerstehen. Warum sollte man auch? Macht ist ein einziger Selbstzweck. Aber ihm blieb sie verwehrt. Die Menge war auf seiner Seite, aber das System stand ihm im Weg. Alle hatten sich gegen ihn verschworen, seine Gegner, sogar seinen Verbündeten konnte er nicht unbedingt trauen. Man legte ihm Worte in den Mund, die er nie gesagt hatte. Wut staute sich in ihm an. Er hatte alles auf eine Karte gesetzt. Die Gewinner der Wahl kamen zu ihm und sagten: „Schade, vielleicht beim nächsten Mal.“ Sie lachten insgeheim über ihn. Das sollte sich bald ändern. Sie würden es alles zurückgezahlt bekommen. Sie sollten spüren, was es heißt, sich mit ihm anzulegen. Man nannte ihn nur „den Professor“.  „Machivelli House“ weiterlesen

Paragons of Awkwardness #4

IV


 Das Fitnessstudio

 Ich muss gestehen, dass ich bis zu jenem Tag nie einen Fuß in ein Fitnessstudio gesetzt hatte, nie. Ich war der Überzeugung, dass »ehrlicher« Sport im Verein genügend körperliche Ertüchtigung böte und die angesprochenen Muskeln sinnvoll wachsen könnten und nicht als puren Selbstzweck verwendet wurden, um vor dem eigenen Spiegel den Bizeps zu küssen, der von einigen bereits als Religion verstanden wird, wenn der Bizeps nicht gerade brennt. Für mich war es reine Neugier, warum ich mich in die Höhle des Löwen begab. Ob ich jemals wieder dort herauskam? Ich konnte es nur hoffen.

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Paragons of Awkwardness #3

Regen, Regen, nichts als Regen. Dieser schlechte Anfang eines jeden mit Weltschmerz triefendem Romans beschreibt den heutigen Tag sehr gut, trotz der klischeehaften Darstellung. Wohin ich heute auch meinen Fuß setzte, er wurde nass. Unter der Dusche, in der Stadt, zwischen den Häusern. Vom Regen in die Traufe, sozusagen. Gut, wenn man in diesen Situationen einen Regenschirm besitzt. Dieses kleine Wunderwerk der Technik ist eine Meisterleistung der modernen Ingenieurskunst. Mit nur einem einzigen Handgriff verwandelt sich ein handliches kleines Etwas in ein ganz wunderbares Instrumentarium, das mich vor Regen, Wind und notfalls auch Sonne beschützt. Vorzüge über Vorzüge. Ohne einen Regenschirm wäre die moderne Zivilisation zweifellos verloren.
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Paragons of Awkwardness #2

II

Sämtliche Ereignisse sind fiktiv und entspringen der Fantasie des Autors

Normalerweise bin ich selbst kein großer Partygänger, ganz im Gegenteil, auch wenn das nicht dem Vorurteil über meine Generation entspricht. Doch manchmal bin auch ich einer guten »Festivität« gegenüber nicht abgeneigt. Nur wenn sich die folgenden Ereignisse abspielen, bin nicht nur ich es, der an seinem Verstand zweifelt…

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