Der Fotograf

Manche Menschen mögen Tote mehr als Lebende.

Achtung! Diese Geschichte enthält blutige Schilderungen

Abends während der schwülen Sommertage begab sich der Fotograf vor die Tür. Er sog die warme Luft ein und blickte in das goldene Rot des Abends. Gerade hier am See waren die Menschen bis weit in den späten Tag auf den Straßen. Sie saßen in den kleinen Cafés, tranken kühlende Getränke und sahen den Kindern zu, die auf der Straße fröhlich spielten. Es war der perfekte Ort für Verliebte. Die Straßen waren eng und dunkel. Das eine oder andere Wort der Liebe war schon in die Ohren des anderen gehaucht worden. Wenn es langsam dunkel wurde, glitzerten die Lichter der am anderen Ufer liegenden Stadt auf der Wasseroberfläche. Leise erklang das Rauschen der Welle, die an das Ufer schwappten. Die Bäume flüsterten im zarten Abendwind. Dies war die Zeit, wenn sich der Fotograf auf die Straßen begab.

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Chinesische Geschichten

Salve! Nach langer Zeit wieder ein Eintrag von mir. Hier ist eine Erzählung, die ich während meiner Reise durch China während einer Fahrt über den Yangtze geschrieben habe. Viel Spaß!

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Jahreszeiten und Literatur #Sommer

Salve!

langsam lässt Sommer sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte. Ähnlich wie im wirklichen Leben auch beeinflussen Jahreszeiten die Literatur. „Jahreszeiten und Literatur #Sommer“ weiterlesen

Das soll ein Dialog sein?

Dialoge gelten gemeinhin als die Königsdisziplin des Schreibens. Ein guter Dialog kann so manche Schwächen der Handlung ausgleichen. Gute Dialoge führen dazu, dass sich der Leser stärker mit den Figuren identifizieren kann. Wie ein guter Dialog aussehen kann und welche Formalitäten es zu beachten gilt, zeigt dieser Beitrag.

Die inhaltliche Gestaltung eines Romans verläuft meistens zweigleisig. Rein schematisch gliedert sich der Text auf in Beschreibungen und Dialoge. Beschreibungen helfen dabei, Orte und Eindrücke dem Leser geordnet zuzuführen. Dialoge dagegen treiben die Handlung voran. In der Interaktion der Figuren untereinander werden sie zu Persönlichkeiten, deren Eigenschaften sich in Sprachgewohnheiten niederschlagen, in einer spezifischen Wortwahl oder dem Aufbau der Sätze. Anders als beispielsweise im Theater oder im Film kann ein direkter Einblick in die Gedankenwelt eines Charakters geöffnet werden. Aus Widersprüchen in Gedanken und Taten ergibt sich ein Teil Spannung, die eine Figur zu einem Charakter werden lässt. Ähnlich wie bei Gedanken entzündet sich hier die Frage nach der Natürlichkeit der Sprache. Ein großer Fehler, der von Autoren begangen wird und auch von mir immer wieder begangen wird, ist die Annahme, Figuren müssten so gewählt wie möglich reden. Auch ich muss zugeben, dass mir einfache Sprache oft schwerfällt. Ein nützlicher Anhaltspunkt ist,  sich selbst zu fragen, ob man das genauso sagen würde wie die Figur. Andererseits muss bedacht werden, dass Dialoge auch ironisch sein können und gehobene Sprache gegebenenfalls dazu verwendet werden kann, den Dialogpartner zu kritisieren oder zu verspotten.

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